Der Witzbold Iktomi saß im Schatten einer riesigen Weide auf der Erde. Hinter seinem Rücken spiegelte sich der See, über den eine leichte Brise wehte, und neben Iktomi lag ein Haufen warme Asche. Vor kurzem hatte er das Feuer gelöscht und jetzt schlang er seine Füße um einen kleinen Tontopf. Der himmlische Duft von Fischsuppe erfüllte die Luft.
Iktomi hatte heute einen sehr guten und zugleich sehr schlechten Tag gehabt. Schlecht, weil er wegen seiner ständigen Streiche wieder aus dem nah gelegenen Sioux-Dorf verjagt worden war. Weg von den gemütlichen Tipis aus Stierhaut, weg von dem Geschwätz und Gelächter und vor allem: weg von allem Essen!
Iktomi wohnte nicht gerne allein, doch er wusste sich nicht zu helfen. Er musste den anderen einfach Streiche spielen. Sie gingen zwar selten auf, doch das hielt ihn nicht zurück.
„Die anderen ziehen mich schließlich auch auf”, murrte er missmutig. „Sie lachen über meine schöne rot-gelbe Gesichtsbemalung! Und auch über meinen Lendenschurz und meine Hose, die ich ganz allein aus Mustanghaut genäht habe! Selbst wie ich meine Zöpfe mit Leder zusammenbinde, finden sie lustig”, seufzte er und blickte auf seine schiefen, struppigen Zöpfe hinab.
Iktomi fand, dass er gut aussah. Und heute war er besonders zufrieden mit sich! Er hatte nämlich ganz allein eine kleine Forelle gefangen – bloß mit Hilfe seiner Angelschnur und einer getrockneten Vogelkralle. Schon als er sie an der Schnur hatte, war er richtig hungrig gewesen und während er die Fischsuppe kochte, wurde er immer hungriger!
Er leckte sich die Lippen und tauchte seinen Hornlöffel in die Suppe. Iktomi gehörte nicht zu denen, die regelmäßig aßen. Eigentlich war er sogar öfter hungrig als satt. Wegen seiner vielen Streiche war er nämlich nirgends gern gesehen. Und er war auch ziemlich knausrig, im Gegenteil zu den Sioux, die für…