Hans Christian Andersen
Die Schnecke und der Rosenstock
Eine etwas anspruchsvollere Geschichte des weltberühmten Märchendichters Hans Christian Andersen über den Sinn des Lebens und die verschiedenen Wesensarten.


Es war einmal ein reicher
„Meine lieben Töchter, was soll ich euch von meiner Reise mitbringen? Jede soll mir jetzt sagen, was ihr die größte Freude bereiten
Die zwei Ältesten dachten nicht lange nach, die eine wollte teure Kleider und die andere mit Edelsteinen verzierte Ringe. Die jüngste Schwester, die nie besonders viel sprach, stand auch diesmal nur schweigend daneben.
„Und was würde dein Herz erfreuen, mein liebes Kind? Sag es mir”, wandte sich der Vater an sie.
„Lieber Vater, mich wird glücklich machen, wenn du wieder heil nach Hause
Doch der Kaufmann gab nicht nach, er wollte nur abreisen, wenn auch sie einen Wunsch geäußert hatte.
„Väterchen, so bring mir drei Rosen, die auf einem Stiel wachsen. Das würde mein Herz erfreuen.”
Ihre Schwestern kicherten nur
Nachdem der Kaufmann in den fernen Ländern reichlich von den gewöhnlichen und auch von den seltenen Waren eingekauft hatte, begab er sich anschließend wieder auf die Heimreise. Seine Töchter hatte er nicht vergessen und sowohl teure Kleider als auch kostbare Ringe beschafft. Nur für die Jüngste hatte er nichts. Das machte ihn traurig, weil er sein Wort nicht halten konnte, aber drei Rosen auf einem Stiel konnte er einfach nirgendwo
Des Kaufmanns Schiff war bereits nahe am Ufer, als plötzlich ein heftiger Sturm