Diese Ferien erwarteten die Geschwister Jakob und Matthias lauter Abenteuer. Natürlich, schließlich verbrachten sie die schulfreie Zeit auf einer mittelalterlichen Burg! Das war nur möglich, weil ihr Opa Ferdinand Burgkastellan war. Er leitete zwar die meiste Zeit Führungen, doch wenn er Zeit hatte, schloss er sich gerne seinen Enkeln auf ihren Streifzügen an.
Heute waren die Jungen wieder in der Bibliothek, dieses Mal in der Abteilung der alten Chroniken und verstaubten Wälzer. Die Bibliothekarin Anna hatte ihnen erlaubt, sich dort umzusehen – allerdings erst nachdem sie geschworen hatten, nichts auf den Kopf zu stellen. Selbstverständlich brachen sie diesen Schwur exakt zwei Minuten und vierzig Sekunden später.
„Hey, Matthias, sieh dir das mal an!“ Jakob zog ein riesiges, in Leder gebundenes Buch mit eiserner Schnalle aus dem Regal. Im Inneren waren lauter handschriftliche Aufzeichnungen. Doch so sehr die Jungen auch vor sich hinschielten, sie konnten den Text nicht lesen.
„Das müsste ein S sein… oder ein Z? Welche Sprache ist das eigentlich? Diese Buchstaben kommen mir zwar bekannt vor, aber von den Wörtern verstehe ich genau so viel wie ein Mammut von der heutigen Zeitung“, sagte Jakob frustriert.
Matthias beugte sich noch tiefer über das Buch. „Ich verstehe genauso viel wie du. Also gar nichts. Aber warte, hier sind auch irgendwelche Karten!“
Als sie das Papier ein bisschen herumdrehten, sahen sie, dass es eine Skizze der Burgmauern und der Umgebung war. Doch dann bemerkten sie etwas Seltsames.
„Also sah die Burg gar nicht immer so aus wie heute?“, fragte Jakob und blätterte weiter durch das Buch. Kurz darauf entdeckten die Jungen ein Bild von einer Schlacht. Es schien, als hätten die Burgherren die Burg umbauen müssen, damit sie einer Belagerung standhielt.
„Genau! Sie haben anscheinend neue Mauern gebaut und die Türme verstärkt, weil ihre Feinde…