Als der Winter einbrach, erschienen die Singvögel. Als wären alle verfrorenen Vögelchen in die Nähe der Häuser gezogen, um sich dort wenigstens ein bisschen aufzuwärmen und ihre Bäuchlein zu füllen. Ihr Gesang verschönerte jedem den Tag. Selbst der mürrischste Mensch bekam davon bessere Laune. Zum Dank schenkten ihnen die Menschen Sonnenblumenkerne.
Doch der Frost wurde immer strenger. Es kamen mehr Vögel als in den letzten Jahren und manche Schnäbel gingen leer aus. Der Sohn des Tischlers, Emil, stand gerade am Fenster und beobachtete, wie die Spatzen und Meisen um die Körner auf der Erde stritten.
Da hatte er eine Idee: „Ich baue ihnen ein Vogelhäuschen!“
Der Junge rannte begeistert in die Werkstatt, wo sein Vater das Werkzeug aufbewahrte. „Ich brauche einen Hammer, Nägel, einen Hobel und eine Säge“, zählte Emil auf. „Mit Papa habe ich schon ein paar Nägel eingeschlagen, das kann also nicht so schwer sein. Wenn meine Freunde mitmachen, geht die Arbeit noch schneller.“
Er rannte hinaus und rief: „Hört mal her, ich habe eine Idee! Was haltet ihr davon, wenn wir für die Vögel ein richtig schönes Vogelhäuschen bauen?“ Seine Freunde kamen sofort angerannt. Alle waren sich einig: Das war eine tolle Idee!
Emils Vater gab ihnen grünes Licht und auch einige wertvolle Ratschläge, wie man mit Holz arbeitet. „Ich bin gleich nebenan, falls ihr etwas braucht. Ab und zu schaue ich vorbei“, sagte er und ließ die Kinder in Ruhe werkeln.
„Ich will die Nägel einschlagen“, meldete sich Helene. „Und ich hobeln!“, rief Alfred und griff nach dem Hobel.
„Moment“, bremste Emil seine Freunde. „Zuerst müssen wir aufmalen, wie das Vogelhäuschen aussehen soll.“
Gemeinsam zeichneten sie einen Plan für ein einfaches hölzernes Häuschen. Helene hätte gerne ein paar Verzierungen angebracht und Alfred wollte ein Spitzdach. Doch…