Draußen dämmerte es allmählich und beim Anblick der untergehenden Sonne verdüsterte sich auch Matteos Laune. Kein Wunder. Schon eine ganze Woche konnte er nicht richtig einschlafen. Er hatte schon alles versucht. Im Sportunterricht war er fleißig dabei und nach der Schule spielte er Fußball oder lief Schlittschuh. Er ging rechtzeitig ins Bett, häufig sogar noch bevor sein Vater ihn schlafen schickte. Vor dem Schlafen nahm er weder schwere Mahlzeiten zu sich noch sah er fern. Er trank ausschließlich Kamillentee. In seinem Zimmer zog er die Vorhänge zu und ließ das Fenster geöffnet, doch trotz allem konnte er einfach nicht einschlafen.
Die nächste Nacht bahnte sich an und Matteo ahnte schon, wie sie ablaufen würde. Wie jeden Abend putzte er auch heute seine Zähne, knipste die Leselampe an, machte es sich in seinem Sessel bequem und schaltete eine Hörgeschichte ein. Als seine Augenlider schwer wurden, machte er das Licht aus und kuschelte sich unter die Bettdecke… und dann wartete er. Und wartete… doch vergeblich. Die ganze Nacht wartete er auf den Schlaf, der sich wieder nicht einstellen würde. Matteo wusste, dass er sich am Morgen noch müder fühlen würde als am Abend. Allein die Vorstellung einer weiteren vergeudeten Nacht erfüllte ihn mit Machtlosigkeit und Zorn. Ach Manno!
Papa bemerkte, wie Matteo wütend mit der Zahnbürste herumfuchtelte.
„Matteo, wenn du dich aufregst, wirst du nie einschlafen!“, ermahnte er ihn.
„Ich weiß aber nicht mehr, was ich tun soll, Papa…“, jammerte der Junge und wäre fast in Tränen ausgebrochen.
„Warum liest du nicht etwas? Das hast du doch noch gar nicht ausprobiert. Ich weiß, dass Lesen nie so richtig deins war, aber vielleicht schläfst du genau dabei endlich ein. Und wenn nicht, macht es dir vielleicht wenigstens ein bisschen Spaß. Komm, wir suchen dir etwas Schönes…