Ein Fahrzeug mit seltsamer Besatzung kurvte durch den dunkelgrünen Nebel der Schattenwelt: der Alchimist Somnius, sein Emissär Jonas und Matteo, ein Junge, der nur durch Zufall in dieser Welt gelandet war. Hinter dem Steuer saß außerdem ein seltsames Wesen namens Lily.
Der Nebel hatte in der Zwischenzeit noch weiter zugenommen. Manchmal wirbelten darin lila und blaue Formen auf, die sich dann in blinkende Lichterströme verwandelten. Matteo kam es vor, als würden sie von einem Schwarm verrückter Glühwürmchen verfolgt.
Lily steuerte Kandiszucker, doch ihr Fahrstil hatte kaum etwas gemein mit der ruhigen und konzentrierten Art, mit der Matteos Vater am Steuer saß. Das Geschöpf konnte keinen Moment stillsitzen, die meiste Zeit verbrachte es auf dem Kopf oder auf den Händen, wobei es das Lenkrad mit den Zehen und einmal sogar mit den Zähnen steuerte.
Neben ihr saß Somnius, der mit seiner langen Gestalt nur mit Müh und Not auf den Beifahrersitz passte. Schließlich ließ er sich tiefer ins Polster fallen und nur noch seine Knie ragten über die Windschutzscheibe wie die Höcker eines ausgemergelten Kamels. Lily hatte großen Spaß daran, ihm zwischendurch den Hut vom Kopf zu ziehen oder ihn zumindest mit Bonbons zu bewerfen.
Dazu muss man sagen, dass Kandiszucker es ihr beim Fahren keineswegs leicht machte. Jedes Rad des Spionagewagens hatte nämlich eine andere Größe und drehte sich in eine andere Richtung. Außerdem bebte seine himmelblaue Haube ununterbrochen, als wäre sie kitzlig, und die Sitze, die Motorabdeckung und der Kofferraum mit dem Reserverad hüpften immer wieder lustig auf und ab.
Doch das war bei weitem noch nicht das Schlimmste. Das Auto konnte nämlich sprechen. Was heißt sprechen… Es diskutierte und stritt, und schon beim Einsteigen war klar, dass es überhaupt nicht aufgelegt war zu einer gefährlichen Mission.
„Na gut, steigt ein – aber eure…