Für die Geschwister Jakob und Matthias waren die Ferien auf der mittelalterlichen Burg voller Abenteuer. Da ihr Opa Kastellan war und auch auf der Burg lebte, konnten die Brüder den ganzen Tag herumstreunen und jeden Winkel erforschen.
Wieder einmal saßen sie in der Burgbibliothek, umgeben von Stapeln alter Bücher über Burgen und Adelsgeschlechter. Es war ihre vierte Entdeckungsreise in diesem Monat. Vor ihnen lag ein Buch mit dem Titel Wappen und ihre Geheimnisse.
Jakob blätterte mit großen Augen durch die Seiten und betrachtete die spannenden Illustrationen. Plötzlich stieß Matthias auf ein Wappen, das ihn sofort in den Bann zog.
„Schau mal, Jakob!“, rief er seinem Bruder zu. Er blätterte zur vorigen Seite zurück, auf der das Wappen einer unbekannten Herrscherfamilie abgebildet war. Es war nicht besonders üppig verziert, doch in der Mitte trug es ein seltsames Symbol. Es erinnerte an verschlungene Linien, als würde es für etwas stehen, dass sich um alles windet.
„Wo habe ich das bloß schon gesehen?“, murmelte Jakob, kniff die Augen zusammen und überlegte angestrengt. Nach einer Weile rief er: „Na klar! Im Burgturm!“
„Im Turm? Dem höchsten?”, fragte Matthias skeptisch. „Die Treppe ist doch selbst für den Kater zu steil.“
„Kein Wunder, so alt wie der Burgkater schon ist. Aber ich war letztes Jahr da, als du dir ein Bein gebrochen hattest. Glaub mir – dort müssen wir nachforschen!
Sie beschlossen also, wieder auf Forschungsreise zu gehen. Stöhnend und keuchend, völlig erschöpft und verschwitzt, erklommen sie die steile Treppe.
Oben angekommen fiel ihnen sofort das Wappen ins Auge, das in die Steinwand eingelassen war. Jakob hatte Recht. Aber etwas stimmte hier nicht – das Wappen war beschädigt und es sah aus, als würde ein Teil fehlen.
„Das kann kein Zufall sein. Wir müssen herausfinden, was dort…