Sie wandelten auf einem beinahe unsichtbaren Weg durch die Nebelströme, aus denen hier und da seltsam bunte Formen hervorlugen. Matteo war ein ganz gewöhnlicher Junge, der zufĂ€llig in der Schattenwelt gelandet war â dem Ort zwischen Schlaf und Wachzustand. Vor ihm schritt der erhabene Alchimist Somnius.
Matteo hielt sich an Somniusâ Fersen und gab gut acht, den RĂŒcken des Alchimisten nicht aus den Augen zu verlieren. Ein paar Meter hinter ihm hĂŒpfte Lily, zupfte mit ihrer Geisterhand ab und zu einige NebelbĂŒschel ab und warf sie nach den anderen. Eine dieser Nebelkugeln traf auch Matteos RĂŒcken, doch sie zerplatzte sofort mit einem gedĂ€mpften Plop!
Somnius war da schlimmer dran. Er war nĂ€mlich durch keinen Ă€hnlichen Zauber geschĂŒtzt und zuckte jedes Mal zusammen, wenn Lily ihn am Hinterkopf traf. Er tat jedoch so, als wĂ€re nichts geschehen. Mit geschmeidigem Schritt ging er weiter, immer der Nase nach, murmelte etwas in seinen Bart und der Saum seines Mantels versprĂŒhte kleine Funken, wenn er ĂŒber die Nebelströme glitt. Matteo konnte nur BruchstĂŒcke von seinem Gemurmel auffangen:
â⊠das wird wehtun⊠seine ZĂ€hne⊠naja, mit roher Gewalt⊠wohl eine schlechte IdeeâŠâ
Der Junge verstand nur Bahnhof und beschloss, lieber nicht zu viel hineinzuinterpretieren. Sorgen hatte er sowieso schon genug. An seine Fersen hatte sich nĂ€mlich ein Schatten geheftet, der vergeblich versuchte, nicht aufzufallen. Immer, wenn Matteo sich umsah, tat er so, als wĂ€re er gar nicht da, und das auf eine derart naive und dumme Weise, dass Matteo fast laut losgelacht hĂ€tte â wĂ€re die Situation nicht ohnehin schon so bizarr gewesen.
Sie waren erst wenige Minuten gegangen, als der farbige Nebel fĂŒr einen Moment abebbte und den Blick auf eine HolztĂŒr freigab. Wie es fĂŒr TĂŒren ĂŒblich ist, hing sie im Rahmen â doch die WĂ€nde um sieâŠ