Die Sommerferien waren in vollem Gange. Jakob und Matthias genossen die freien Tage hinter Burgmauern. Wie das möglich war? Ganz einfach: Ihr Opa Ferdinand war Kastellan auf einer mittelalterlichen Burg, wo er gleichzeitig wohnte.
Opa führte jeden Tag Touristen über die Burg. Die Jungen spielten währenddessen, jagten durch die Burgflure oder streunten einfach so herum und erforschten jeden Winkel.
Heute saßen die Brüder zwischen Stapeln alter Bücher in der Burgbibliothek. Sie wetteiferten gerade darum, wer das älteste und verstaubteste Buch fand, als plötzlich etwas aus den Seiten herausfiel. Sie bückten sich danach und stellten fest, dass es ein seltsames Pergament war.
„Sieh nur, das sieht aus wie eine alte Karte!“, rief Matthias. Als er das Papier vorsichtig aufrollte, fiel ein Stein herunter.
Jakob nahm ihn in die Hand und sah ihn neugierig an. Dann begann er, die Karte zu studieren. „Hm, die sieht aus, als hätten dem Zeichner ordentlich die Hände gezittert…“, bemerkte er.
„Sie ist immerhin alt! Und sieh nur dieses Symbol! Matthias tippte aufgeregt mit dem Finger auf das klitzekleine Drachensymbol in der Ecke.
„Erinnerst du dich an die Legende, die uns Frau Anna erzählt hat? Von dem Drachen, der in der Höhle einen Schatz bewacht hat. Und siehst du? Hier ist die Wegbeschreibung!“ Jakob zeigte begeistert auf die krumm eingezeichneten Waldpfade.
Da kam gerade Opa Ferdinand in die Bibliothek. Wie immer lächelte er.
„Opa, du kennst dich doch mit solchen Dingen aus. Sieh dir das mal an!“, rief ihm Matthias zu.
Opa setzte seine Brille auf und murmelte mit einem schelmischen Lächeln: „Hm, eine alte Karte von der Burg und ihrer Umgebung… Ich würde da lieber nicht hingehen, Jungs. In der Höhle dort sind scheinbar schon ein paar Leute verschwunden. Aber wenn ihr euch verirren … also, wenn ihr den Ort…