Die Ferientage waren lang und voller Abenteuer. Die Geschwister Jakob und Matthias verbrachten sie bei ihrem Opa Ferdinand auf einer mittelalterlichen Burg. Obwohl sie jeden Tag ĂĽber die Flure streunten, gab es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Opa hatte zwar viel Arbeit mit seinen FĂĽhrungen, aber wenn er einen Moment frei hatte, schloss er sich seinen Enkeln gerne an.
Heute waren die Jungen in einem der ältesten Teile der Burg unterwegs. Gerade befanden sie sich in einem unterirdischen Saal. Der Menge an Staub und Spinnenweben nach zu urteilen, war hier schon lange keiner mehr gewesen. Überall standen nur alte Möbel herum.
Jakob und Matthias inspizierten neugierig einige der verzierten Stühle und den alten steinernen Tisch. Als Matthias sich vorbeugte, fiel ihm im schwachen Licht der Taschenlampe etwas Ungewöhnliches ins Auge: In die Tischoberfläche war etwas Rundes eingeritzt. Es sah aus wie ein Siegel.
„Jakob, sieh dir das an!“, rief er und zeigte auf die Rillen. „Meinst du nicht, das ist das gleiche Symbol wie das, was wir vor ein paar Tagen in der Bibliothek gesehen haben?
Jakob kam näher. „Meinst du das Siegel der Familie, die hier einst gelebt hat?“
„Genau! Das Siegel der Familie Wisent – der Burgwächter. Erinnerst du dich? Opa hat uns erzählt, dass es ihre Aufgabe war, die Geheimnisse der Burg vor allen zu beschützen, die ihre Macht ausnutzen wollten“, erinnerte ihn Matthias. Er fuhr noch einmal über das Siegel, das trotz seines Alters noch immer gut erkennbar war.
Jakob kratzte sich nachdenklich am Kinn. „Wie kann es sein, dass wir es vorher nie gesehen haben?“
„Vielleicht… weil wir bis jetzt nie richtig aufgeräumt haben?“
„Oder weil ihr vor Staub mehr Angst habt als vor Geheimnissen“, ertönte plötzlich eine raue Stimme von der Tür her.
„Opa!“, kreischte Jakob.…