Der Lehrer sagte immer, dass jedes Kind auf seine eigene Weise besonders ist. Bei einigen Kindern war es ganz klar: Vanessa malte wunderschöne Kreidebilder auf den Asphalt. Anna hatte eine herrliche Stimme und Robert flitzte allen anderen auf dem Fahrrad davon.
Und Norbi? Norbi war auf eine ganz besondere Art besonders, denn: er kannte keine Langeweile.
Keiner wusste, wie das möglich war. Wenn die Kinder drinnen bleiben mussten, weil es draußen regnete, quengelten sie: „Mamaaa, ich langweile mich ja sooo!“ „Papaaa, das ist ja sooo langweilig!“
Doch Norbi quengelte nie. Er bemerkte nicht einmal, dass es regnete, da er schon den ganzen Morgen mit Toilettenrollen bastelte.
Einmal stand er mit seiner Mama und seinem Bruder in einer langen Schlange vor der Kasse. Sein Bruder fing an zu schreien, weil ihm so langweilig war. Norbi zählte erst einmal alle Kaugummis und Bonbons auf dem Regal. Und dann zeigte er seinem Bruder, dass die piepende Kasse wie ein Roboter klang und auch ein bisschen so aussah. Am Ende musste Mama die Brüder richtig aus dem Geschäft hinauszerren, da sie das Piepen so faszinierte.
Einmal war die ganze Klasse beim Schularzt und die Schüler mussten ewig lange auf dem langweiligen Flur warten. Da bemerkte Norbi, dass die rautenförmigen Fliesen so aussahen wie ein Hindernisparcours. Also dachte er sich ein Spiel aus, bei dem die Kinder mucksmäuschenstill von einer Fliese zur anderen springen mussten. Und schwuppdiwupp war die Wartezeit auch schon vorüber.
Alle Mamas und Papas freuten sich, wenn Norbi zu ihnen zu Besuch kam. Und manchmal riefen sie sogar bei Norbis Eltern an und fragten: „Hallo, hat Norbi vielleicht Lust, zum Spielen vorbeizukommen? Unsere Kinder haben mal wieder Langeweile.“
Auch Norbis Klassenkameraden wussten ganz genau, dass es mit Norbi nie langweilig wurde.
„Norbi, du hast eine Superkraft“,…