Tief im Wald lebte in einem hohen Baum der kleine Eichhörnchen-Junge Ernie. In seiner Familie war er der Kleinste. Er hatte zwar viele ältere Brüder und Schwestern, doch die hüpften schon längst fröhlich mit ihren Freunden von Baum zu Baum.
Ernie musste immer in der Nähe seines Baumes oder der Schule bleiben, da sich seine Eltern große Sorgen um ihn machten. Er durfte mit ihnen Wintervorräte sammeln gehen, aber dazu hatte er meistens keine Lust. Und so war er oft allein zu Hause und langweilte sich ganz schrecklich.
„Mamaaa, ich weiß nicht, was ich machen soooll“, jammerte er immer, wenn seine Eltern mit einer weiteren Ladung Nüsse nach Hause kamen. „Mamaaa, womit kann ich spielen?“
Papa Eichhörnchen konnte das ewige Gejammere nicht mehr hören und so brachte er eines Tages eine Überraschung mit. „Schau mal, Ernie, ich habe dir ein Borkofon besorgt.“
„Ein Borkofon?“, rief Ernie strahlend. „Das ist ja der Wahnsinn!“
Das Borkofon war seit ein paar Jahren im Wald der absolute Hit. Durch ein Stück Zauberrinde konnten sich die Tiere Nachrichten schicken. Und sogar Bilder von Nüssen und Waldfrüchten teilen. Besonders im Winter, wenn der ganze Wald verschneit war, konnten die Tiere so in Kontakt bleiben, damit es ihnen in ihrem Bau nicht einsam wurde. Und wenn jemand eingeschneit war, konnte er mit dem Borkofon Hilfe rufen. Es war ganz einfach eine super Sache. Auf jeden Fall sagten das alle.
Eines Tages saß Ernie wieder einmal allein in der Baumhöhle, als plötzlich ein Kratzen zu hören war. Das bedeutete, dass er auf dem Borkofon eine neue Nachricht bekommen hatte.
„Wer schreibt mir denn?”, rief Ernie begeistert. War es vielleicht seine Schulfreundin Veronika? Oder hatte Lehrer Lorenz eine Hausaufgabe geschickt?
Aber nein. Es war jemand Neues. Da stand, dass er Hase…