Diese Geschichte stammt aus einer Zeit, als die Erde noch sehr jung war. Damals lebte gerade einmal die fünfte Menschengeneration auf ihr. Zeus, der Herrscher der Welt, war deshalb sehr neugierig, wie die Menschen lebten. Es gingen Gerüchte um, dass sie furchtbar grausam seien.
Die Könige, die auf der Erde herrschten, behandelten ihre Untertanen schrecklich. Sie zwangen sie zu arbeiten, bis sie vor Erschöpfung umfielen. Sie gaben ihnen nicht genug zu essen und ließen sie in der Kälte frieren. Und wenn jemand gegen ihre strengen Gesetze verstieß – oh weh! Dann sperrten sie ihn in eine Arena mit hungrigen Tigern! Es schien fast, als wollte einer grausamer sein als der andere.
So viel Grausamkeit und Leid! Zeus wollte es erst gar nicht glauben. Deshalb beschloss er, als Mensch auf die Erde zu kommen und die Wahrheit herauszufinden. Als Einsiedler verkleidet reiste er durch die Welt. Doch leider waren die Gerüchte nichts im Vergleich zur Wirklichkeit.
Sein Besuch im Palast von König Lykaon brachte das Fass zum Überlaufen. Als Zeus sah, wie grausam der König war, musste er eingreifen. Also zeigte er den Menschen seine göttliche Gestalt.
Alle fielen auf die Knie, nur König Lykaon machte sich über ihn lustig. „Du willst ein Gott sein? Dass ich nicht lache! Seht euch nur an, wie dieser armselige Kerl versucht, uns zu täuschen“, sagte er verächtlich.
Zeus‘ Zorn kannte keine Grenzen. Er schleuderte Blitze kreuz und quer, zerstörte und zertrümmerte und ließ Lykaons Palast in Flammen aufgehen. Der König lief verschreckt davon, doch Zeus verwandelte ihn in einen wilden Wolf und ließ ihn im Wald verschwinden.
Als Zeus zum Olymp zurückkehrte, war er entschlossen, die ganze Menschheit zu vernichten. Zuerst wollte er alles mit seinen Blitzen in Schutt und Asche legen, doch er befürchtete, dass dabei die…