Der kleine Wikinger Erik zog den ganzen Tag eine dĂĽstere Miene. Seiner Mama fiel das auf, als sie gemeinsam zum Markt ins Dorf gingen. Normalerweise freute er sich ĂĽber die bunten Stoffe, das duftende Brot und die schillernden Fische, doch heute trottete er nur gedankenverloren hinter seiner Mama hinterher.
„Was ist denn los, Erik?“, fragte sie ihn, als er traurig einen leeren Tisch betrachtete.
„Ich habe meine Halskette verloren“, gab der Junge niedergeschlagen zu. „Papa hat sie mir zum Schutz vor bösen Geistern gegeben und ich mochte sie sehr. Ich habe sie irgendwo verlegt und jetzt finde ich sie nicht mehr.“
Mama streichelte ihm über den Rücken. „Das tut mir leid. Soll ich dir eine Geschichte erzählen? Das heitert dich bestimmt auf.“
Erik wurde etwas munterer. „Worüber denn?“
Mama lächelte. „Komm, wir setzen uns an den Fluss. Ich erzähle dir von der Göttin Freya und ihrer Zauberkette… Man nannte sie Brisingamen.
Freya war eine schöne und mächtige Göttin, Zwillingsschwester des Gottes Freyr und Tochter des Meeresgottes Njörd. Die Menschen verehrten sie als Göttin der Liebe, Schönheit und Magie. Und sie war auch bekannt als Schutzherrin der Krieger. Man sagte, sie führte die Hälfte der gefallenen Helden in einen Saal namens Fólkvangr, während die andere Hälfte mit Odin nach Valhalla ging.
Eines Tages spazierte Freya gerade durch den Wald, als sie plötzlich am Boden etwas Merkwürdiges entdeckte. Aus einer kleinen Felsnische strahlte es wie winzige Sterne. Als sie näherkam, stellte sie fest, dass es eine wunderschöne Halskette war. Sie bestand aus goldenen Perlen, in die wertvolle Edelsteine eingelassen waren. Diese funkelten blau wie die Wellen im Meer und rot wie der Sonnenuntergang. Die Kette war anders als alles, was sie je gesehen hatte, und so legte sie sie sich sogleich um den Hals.
Sofort spürte sie,…