In einem märchenhaften Wald lebte einmal eine kleine Elfe namens Entropine. Ihr wisst bestimmt, dass Waldelfen oft blonde Haare und blaue Augen haben? Entropine war jedoch das komplette Gegenteil! Sie hatte braune Haare, die der Wind in alle Richtungen zerzauste, und trug bunt gestreifte Strümpfe. Doch auch die Streifen auf ihren Strümpfen waren nicht etwa von Rot bis Lila geordnet wie der Regenbogen. Sie sahen aus, als hätte jemand den Regenbogen auseinandergeschnitten und völlig neu zusammengesetzt.
Entropine konnte weder zaubern noch singen. Sie war fröhlich und verspielt und alle mochten sie, obwohl sie immer ein bisschen Chaos mit sich brachte. Auch ihr Name rührte daher, dass sie die Verkörperung von Entropie war. Entropie bedeutet nämlich Chaos und Unordnung. Wohin sie auch ging, geriet das Laub etwas durcheinander. Der Bach suchte sich dann einen Weg abseits seines Bettes. Und der Dachs rammte aus Versehen ein Loch in seinen Bau.
Trotzdem waren alle zufrieden. Alles war genau richtig geordnet und gleichzeitig durcheinander. Die Bäume wuchsen, wie sie wollten, ihre Nadeln, wie sie sollten, und der Wind schaukelte alles so sacht hin und her, dass es nie langweilig wurde und gleichzeitig niemandem etwas geschah. Im Wald kann es einfach nicht so perfekt geordnet sein wie in einem Kinderzimmer.
Doch eines Tages wütete ein schrecklicher Wirbelsturm durch den Wald. Er tobte und heulte, wirbelte die Blätter auf, zerstörte die Nester und hinterließ in kürzester Zeit ein riesiges Chaos. Nichts war mehr dort, wo es sein sollte. Plötzlich hingen die Nadeln in den Baumwurzeln und die Baumkronen steckten kopfüber im Boden fest.
Die Tiere waren ganz verzweifelt und wussten nicht, was sie tun sollten. Und auch mit ihrer Elfenfreundin war etwas Seltsames geschehen. Auf einmal war sie so riesig, dass sie direkt in die gelben Augen der Eule blickte,…