Im Dorf unterhalb der Burg ging es jeden Morgen heiter zu. Während der Hahn noch zum ersten Schrei ansetzte, prasselte in einem Ofen bereits das Feuer. Ein unwiderstehlicher Duft verbreitete sich in der ganzen Umgebung und lockte die Menschen zum Haus der Bäckerfamilie.
Der Chronist ging gerade mit seinem Bündel durch das Dorf. Neugierig blieb er vor dem Haus stehen, aus dessen Schornstein der Rauch zum Himmel stieg, und spähte hinein.
Im Inneren herrschte geschäftiges Treiben. Der Vater knetete auf einem langen Tisch den Teig, die Mutter bereitete Brotlaibe vor und ein Junge und ein Mädchen schütteten Mehl in eine große Schüssel. Sie waren von oben bis unten in Mehl eingepudert und grinsten von einem Ohr zum anderen.
„Guten Morgen”, grüßte der Chronist und zog seinen Hut. „Was ist das denn für ein Zauber, dass es hier so wunderbar duftet? Mir knurrt schon der Magen davon!“
„Keinerlei Zauber”, erwiderte die Bäckerin lachend. „Wir backen nur Brot und andere Leckereien. Und wir müssen früh anfangen, damit alles rechtzeitig fertig ist.“
Der Chronist öffnete sein großes Buch, das er überall mit sich hintrug. „Dann ist es ein Glück, dass ich hier bin. Über Brot weiß ich eine Menge“, sagte er nicht gerade bescheiden. „Hier steht alles über Korn, Mehl und den Gärungsprozess. Das sind alles chemische Vorgänge.“
Die Kinder starrten ihn eine Weile mit offenem Mund an, doch dann grinsten sie wieder.
„Herr Chronist“, fragte schließlich die Bäckerin, „könnten Sie nach Ihrem Buch auch Brot backen?“
„Zweifellos!”, rühmte sich der Chronist. Er öffnete sein kluges Buch und machte sich an die Arbeit. Er knetete den Teig, bis ihm der Schweiß von der Stirn tropfte. Dabei schaute er immer wieder in sein Buch und hielt sich ganz genau an die Anweisungen. Schließlich schob er den Brotlaib in den …