Habt ihr schon einmal überlegt, warum Einhörner Flügel haben? Macht es euch gemütlich, denn unsere Geschichte beginnt in einem weitentfernten Zauberreich.
Auf einer magischen Wiese, wo das Gras silbern glänzte und der Regenbogenfluss glitzerte, standen zwei Einhörner. Sie hießen Kali und Remi und waren die allerbesten Freunde. Den ganzen Tag über knabberten sie Silbergras und rannten am Ufer um die Wette. Und immer wieder blickten sie voller Sehnsucht zu den Vögeln hinauf, die am kristallblauen Himmel ihre Kreise zogen.
Am einem sonnigen Tag kam die Häsin zu den Einhörnern.
„Hallo Kali, hallo Remi! Ach, meine Füße tun vielleicht weh. Könnte ich doch nur wie ein Känguru springen.“ (Zu dieser Zeit konnten Hasen nämlich noch nicht so gut springen wie heute.) Kali und Remi tat ihre Hasenfreundin leid, doch sie wussten nicht, wie sie ihr helfen konnten.
„Auch wir beobachten jeden Tag sehnsuchtsvoll die Vögel. Könnten wir doch nur so fliegen wie sie!“
Am nächsten Tag gingen Kali und Remi zum Regenbogenfluss, um von dem frischen, kühlen Wasser zu trinken. Da schwamm ein Fisch vorbei. Alle paar Augenblicke streckte er seinen Kopf aus dem Wasser. (Zu dieser Zeit konnten die Fische nämlich noch nicht unter Wasser atmen wie heute.)
„Guten Morgen, liebe Einhörner! Entschuldigt bitte, dass ich so herumspritze. Ach, könnte ich nur unter Wasser atmen wie die Krabben. Sie verbringen den ganzen Tag unter Wasser, während ich ständig auftauchen muss.“
Kali und Remi wollten dem Fisch helfen, doch sie wussten nicht wie.
„Das tut uns leid. Auch wir wären gern wie die Vögel, wenn wir sie am Himmel fliegen sehen.“
Sie ahnten ja nicht, dass sie die ganze Zeit von einem großen bunten Vogel beobachtet wurden. Während die Einhörner mit dem Fisch sprachen, flog der aus seinem Nest und landete direkt zu ihren Füßen…