Der Kobold

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Seit im Wald hinter dem Dorf ein wenig ansehnlicher Kobold haust, schreiben ihm die Dorfbewohner alle Unglücksfälle zu, die im Dorf geschehen. Doch als ein Mädchen im Wald unglücklich stützt, zeigt sich das wahre, fürsorgliche Wesen des Kobolds. Die Dorfbewohner erkennen ihren Irrtum und legen alle Vorurteile ab.
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Im Wald hinter dem Dorf ließ sich einst ein Kobold nieder. Er war klein und hässlich –deshalb nannten ihn die Menschen so. Er baute sich eine kleine Hütte mit einem einzigen Zimmerchen. Nicht einmal einen Ofen gab es dort – nur eine Feuerstelle. Und statt eines Schornsteins klaffte ein Loch im Dach. Der Kobold kochte ständig irgendetwas. Am Morgen sammelte er Pilze und am Nachmittag beobachteten die Dorfbewohner, wie er mit krummem Rücken über die Wiesen kroch und Kräuter pflückte.

„Ein Hexer ist das“, flüsterten die Frauen leise, damit der Kobold sie nicht etwa hörte und verwünschen konnte. Die Männer zuckten nur mit den Schultern. Doch sie verboten den Kindern in der Nähe des Waldes zu spielen – sicher ist sicher.

Im Frühling gab es im Dorf eine Überschwemmung und dabei wurde sogar ein Haus weggerissen. Im Sommer verbrannte dann die Sonne die Felder. Im Herbst regnete es wiederum so stark, dass der Rest der Ernte verfaulte. Und vom Winter reden wir besser gar nicht. Die Leute waren sich einig: Das alles konnte nur ein Werk des Kobolds sein.

„Wir müssen ihn verjagen“, beschlossen die Männer.

Doch in den Wald gingen sie nur, wenn sie mussten – um Holz zu hacken oder Beeren und Pilze zu sammeln. Und sie blieben stets am Waldrand, tiefer hinein wagte sich keiner.

Auch der Kobold kam nie ins Dorf. Alles, was er brauchte, baute er auf dem kleinen Feld hinter seiner Hütte an.

Eines Tages zogen ein Vater und seine Tochter in aller Frühe los, um Pilze zu sammeln. Am Waldrand war schon alles abgesucht, deshalb wagten sie sich tiefer in den Wald. Es war noch neblig, und so geschah es, dass sich Vater und Tochter aus den Augen verloren.

„Papa, Papa!“, rief das Mädchen verzweifelt.

„Mein Töchterchen, wo bist du?“, hörte…

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