Es war ein sonniger Morgen und der kleine Hase Oliver öffnete langsam seine leuchtend blauen Augen. Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten sein Näschen. Auch alle seine Waldfreunde wurden langsam wach.
Jeden Morgen und jeden Abend trafen sich die Tiere am Bach, der durch ihren Wald floss. Gemeinsam aßen sie, erzählten sich Geschichten und lachten – und wenn es Abend wurde, putzten sie sich die Zähne. Alle Tierfamilien freuten sich auf dieses Treffen: die Hasen, die Eichhörnchen und sogar die winzigen Mäuschen.
Auch der neugierige kleine Oliver spielte liebend gern mit seinen Freunden. Doch eine Sache machte ihm Angst: das Zähneputzen.
Während die anderen Tiere jeden Tag brav ihre Zahnbürsten hervorholen, stahl sich Oliver heimlich davon und entging so dem Zähneputzen.
Als der kleine Hase am nächsten Morgen aufwachte, betrachtete er seine Zähnchen mit einem mulmigen Gefühl im Bach. Doch seine Zähne waren strahlend weiß wie immer. Sogar Mama und Papa merkten nichts. Erleichtert atmete Oliver auf. „Ich verstehe nicht, warum alle wollen, dass ich meine Zähne putze. Meinen Zähnen geht es doch gut“, murmelte er.
Die Tage vergingen und der kleine Hase fand immer neue Ausreden, um sich vor dem Zähneputzen zu drücken. Mal versprach er seinen Eltern: „Ich putze sie, sobald ich mit dem Spielen fertig bin!“ Ein anderes Mal sagte er: „Ich putze sie gleich nach dem Abendessen!“
Doch seine Versprechen hielt er nie. Oliver kam das Zähneputzen einfach sinnlos vor. Es fiel ja doch niemandem auf! Und so schob er es Tag für Tag auf.
Doch mit der Zeit wurde Olivers Lächeln kleiner. Immer mehr Tiere wollten nicht mehr mit ihm sprechen oder spielen. Seine Zähne waren schon längst nicht mehr weiß und aus seinem Mäulchen roch es unangenehm. Er rannte also zum Bach und bleckte seine Zähne, um sie…