Es war einmal ein kleines Häuschen in einem Märchenwald. In diesem Häuschen weinten sieben Zwerge ganz herzzerreißend: „Oh Schneewittchen, unser liebes Schneewittchen!“
Ihr wisst bestimmt, dass Schneewittchen ein wunderschönes Mädchen war, mit schneeweißer Haut und schwarzem Haar. Und ihr kennt gewiss auch ihre Geschichte und all die Strapazen mit der bösen Stiefmutter. Erst wollte sie sie aus Eifersucht umbringen, doch zum Glück hatte ihr Diener mit Schneewittchen Mitleid und versteckte sie im finsteren Wald. Dann rannte die Stiefmutter den Zwergen fast das Häuschen ein, aber die Zwerge gewannen Schneewittchen lieb und so blieb sie bei ihnen. Doch der Zauberspiegel verriet der Stiefmutter alles, und so machte sie ihr von da an mit giftigen Ketten und Kämmen das Leben schwer.
Die Zwerge hatten bislang jede Situation erfolgreich gemeistert. Sie zogen ihr die Kämme aus den Haaren, rissen ihr die Ketten vom Hals. Doch heute war alles anders. Als sie nach Hause kamen, lag Schneewittchen leblos auf dem Boden.
Verzweifelt durchkämmten sie das ganze Häuschen nach vergifteten Kämmen, Strümpfen und Armbändern, doch ohne Erfolg. Und so schluchzten sie nur hilflos:
„Oh, Schneewittchen, unser liebes Schneewittchen! Was hat dir die böse Stiefmutter nur diesmal angetan?!“
Als alle Tränen vergossen waren, legten sie Schneewittchen in einen gläsernen Sarg. Darin trugen sie das schöne Mädchen auf die Lichtung neben der Drachenhöhle und warteten. Zum Beispiel auf einen Prinzen, wie es in Märchen üblich ist.
Sie warteten und warteten, doch nichts geschah. Langsam dämmerte es.
„Das verheißt nichts Gutes. Schneewittchen liegt schon zu lange in ihrem Sarg. Sollten wir nicht etwas tun?“, fragte der kleinste Zwerg.
„Was sollen wir denn tun?“, entgegnete der größte Zwerg. „Der Prinz hätte schon längst hier sein sollen!“
„Ich habe Angst!“, gab der kleine Zwerg zu und klapperte mit den Zähnen.
„Aber wir sind zu…