Im Dorf unterhalb der Burg ertönte plötzlich ein lauter Schrei. Vor einem Haus saß ein Bauer mit einem kaputten Wagenrad. Sein Pferd hatte den Wagen über die holprige Straße gezogen, bis einige Speichen abgebrochen waren und sich das Rad verbogen hatte. Aus allen Richtungen strömten die Dorfbewohner herbei und berieten, was nun zu tun sei. Ohne den Wagen konnte schließlich kein Getreide ins Dorf gebracht werden und auch kein Holz aus dem Wald.
„Was nun?“, jammerte der Bauer. „Ohne das Rad sitze ich hier fest!“
In diesem Moment kam der Chronist durchs Dorf. Als er hörte, was geschehen war, eilte er dem Bauern gleich zur Hilfe. „Keine Angst, ich habe meine klugen Bücher dabei. Ich sage euch, was wir machen“, versicherte er den Anwesenden. Er blätterte durch seine dicken Physikwälzer.
„Ähem, ähem”, räusperte er sich, „hier steht, dass Eisen ein sehr hartes Metall ist, das aus Eisenerz gewonnen wird. Schon die Römer stellten daraus Schwerter und Rüstungen her. Dank der Physikkenntnisse können wir Eisen biegen.“ Er hob den Blick vom Buch. „Also bringt schnell ein Stück Eisen herbei und biegt es zurecht!“
Die Dorfbewohner starrten ihn, als wäre er auf den Kopf gefallen. „Und du glaubst, du kannst Eisen verbiegen?“, fragte jemand.
Der Chronist rüttelte an dem Eisenreifen, doch der rührte sich keinen Millimeter.
„Lasst uns lieber zum Schmied gehen“, schlug der Bauer vor und gemeinsam zogen sie los.
Die Schmiede lag am Rande des Dorfes. Schon aus der Ferne hörten sie Hammerschläge. Vor der Schmiede warfen zwei Jungen alte Eisenstücke in den Sand und versuchten, sie nach ihrer Größe zu ordnen.
„Papa sagt, dass wir daraus irgendwann Nägel machen!“, meinte der erste Junge lachend.
Der Chronist hob die Augenbraue. „Kinder, arbeitet ihr etwa auch hier?“
„Natürlich”, erwiderte der zweite Junge stolz.…