Es war Nacht und auf der Baustelle der neuen Autobahn herrschte Stille. Alle Werkzeuge ruhten unter dem Unterstand. Die Bohrmaschinen schnarchten summend vor sich hin, und die Sprengschutzmatten, die die Menschen bei Explosionen verwenden, klimperten verträumt mit ihren Stahlseilen.
Nur das TNT war noch wach. „Pst“, zischte es auf einmal. Wie immer, wenn ihm etwas in den Sinn kam, konnte es keine Sekunde warten. Schon gar nicht, wenn es darum ging, sich mit seinem Dynamitkollegen zu messen. „Dynamit, hast du gesehen, was für eine bombastische Explosion ich heute auf dem Felsen in Gang gesetzt habe?“, fragte es.
Dynamit gähnte. „Nein, ich hatte genug Arbeit mit den echten Riesenexplosionen. Da blieb keine Zeit, um auf dein kleines Puffwölkchen zu achten.“
TNT schnappte nach Luft. „Wie kannst du es nur wagen?! Ich bin viel älter als du, da wäre etwas Respekt durchaus angebracht!“
„Im Explodieren bist du aber längst nicht so gut wie ich. Deswegen haben sie mich ja schließlich erfunden“, entgegnete Dynamit.
Ihr Gezanke weckte auch die anderen Werkzeuge. Sie begannen untereinander zu murmeln.
„Hey, TNT! Man merkt, dass du älter bist, weil du gewaltig müffelst“, bemerkte die Bohrmaschine. „Auch wenn mich die Arbeiter ständig saubermachen, müffle ich immer noch nach dir.“
Die Sprengschutzmatte verteidigte das TNT sogleich: „TNT besteht aus lauter wunderschönen goldenen Kristallen! Nicht so wie das gewöhnliche Kreidepulver, mit dem die Menschen das Dynamit mischen.“
„Verwenden sie das Pulver nicht auch fürs Katzenklo?“, spottete TNT.
„Du, du...!“, rief Dynamit wütend und hüpfte quer durch den Unterstand auf TNT zu.
Zum GlĂĽck spannte die Matte ihre Seile und hielt die beiden Rivalen so auseinander. WĂĽtend stierten sie einander an.
„Ich wurde nach dem griechischen Wort für Kraft benannt – dynamus. Und wonach wurdest du benannt, hm? Dein Namen lässt sich ja nicht einmal aussprechen!“,…