Man könnte wohl sagen, dass die fĂŒnfjĂ€hrige Philomena eine Per-fek-tio-nis-tin war. Dieses lange Wort bedeutet, dass sie alles perfekt haben wollte. Ihr Zimmer war nicht nur sauber, sondern picobello. Manchmal maĂ sie sogar nach, ob ihre Schuhe auch im gleichen Abstand standen.
Jeden Morgen und jeden Abend strich Philomena sorgfÀltig alle Falten aus ihrer Bettdecke. Genauso prÀzise war sie auch beim Essen: Auf ihrem Teller war immer alles ordentlich voneinander getrennt. Und wenn sie aufgegessen hatte, musste der Teller blitzblank sein. Sogar beim Gehen setzte sie immer behutsam einen Fuà vor den anderen.
Ihr kleiner Bruder Robert war vier Jahre alt. Ihr wĂŒrdet aber kaum glauben, dass die beiden Geschwister sind! Robert war laut, unordentlich und seine Schuhe waren immer zu einem KnĂ€uel verheddert. Eine seiner Socken lag im Flur, die andere im Wohnzimmer. Und stĂ€ndig hörte man, wie er von einem Zimmer zum anderen rannte.
Sein Zimmer sah aus wie nach einer Explosion â und fragt Philomena ja nicht, wie er aĂ! Denn bei Weitem nicht alles, was auf seinem Teller lag, landete auch in seinem Mund. AuĂerdem war er so vorlaut und naseweis, dass er seine Schwester damit fĂŒrchterlich aufregte.
An einem regnerischen Samstag waren die beiden zu Hause. Philomena legte gerade sorgfÀltig die Puppenkleider zusammen, als Robert mit seinem Auto in ihren Stapel fuhr und die all winzigen Kleider wild durcheinanderpurzelten.
âJetzt reichtâs!â, schrie das MĂ€dchen. âIch mache mir mein eigenes PlĂ€tzchen, wo alles schön und ordentlich ist! Ich baue einen Bunker! Nur fĂŒr mich!â
Robert sah sie an. âDarf ich dir helfen?â, quengelte er. âBunker bauen kann ich ganz gut.â
âDas Einzige, was du gut kannst, ist Unordnung machenâ, entgegnete Philomena barsch und ging in ihr Zimmer, um Baumaterial zu finden.
Sie sah sich in ihrem schön aufgerĂ€umten Zimmer um.âŠ