Heute erzähle ich euch die Geschichte vom Minotaurus, einem legendären Wesen, halb Stier, halb Mensch. Diese Geschichte stammt nicht aus unserer Zeit und vielleicht wird sie euch etwas seltsam vorkommen. Sie trug sich nämlich im alten Griechenland zu, als auf der Welt Menschen und Götter gemeinsam herrschten.
Die Menschen und die Götter zankten oft miteinander und spielten einander üble Streiche. Und da die Götter viele übernatürliche Kräfte besaßen und auch zaubern konnten, geschahen auf der Welt viele übernatürliche und magische Dinge.
Die Götter konnten Stürme und Gewitter herbeirufen und Menschen in Steine, Sterne oder Bäume verwandeln. Sie konnten in ihnen Liebe oder Hass entflammen. Manchmal gaben sie einem Menschen übernatürliche Kräfte und manchmal verwandelten sie diese zu Staub. Sie konnten so gut wie alles tun, was ihr euch vorstellen könnt. Die Götter waren jedoch nicht immer klug. Im Gegenteil: Oft waren sie sehr launisch und dickköpfig und dachten nur an sich selbst.
Und genauso sah die alte griechische Welt auch aus. Es war eine Welt voller Magie, Veränderung und plötzlicher Wenden. In dieser Welt spielte sich die Geschichte vom Minotaurus ab.
Alles begann auf der Insel Kreta. Der kretische König Minos sollte dem Gott des Wassers und der Meere einen wunderschönen Stier opfern. Doch der König hatte Mitleid mit dem Stier und ließ ihn am Leben. Das erzürnte den Gott und wie es bei Göttern üblich ist, verhängte er eine Strafe. Diese traf nicht nur den König, sondern auch seine Gemahlin, die Königin Pasiphaë. Pasiphaë verliebte sich in den heiligen Stier und nach einiger Zeit gebar sie ein Wesen mit Stierkopf und menschlichem Körper. Man nannte ihn Minotaurus.
Das ganze Königreich war entsetzt und König Minos entschied, das seltsame Wesen vor den Augen der Menschen zu verstecken. Also rief er den größten griechischen Erfinder…