Der kleine Wikinger Erik liebte es, durchs Dorf zu rennen und mit seinen Freunden Krieger zu spielen. Sie schwangen ihre Stöcke wie Schwerter und kämpften mit ihnen gegen Riesen und Drachen. Heute war er jedoch mit sehr schlechter Laune aufgewacht.
Statt mit seinen Freunden zu spielen, musste er seine Mama und seinen Papa zum Markt begleiten, denn es war an der Zeit, die Vorräte aufzustocken. Mama trug einen Korb voller getrockneter Pilze, den sie gegen Mehl und Nüsse eintauschen wollte.
„Wir müssen uns auf die langen Winternächte vorbereiten“, erklärte sie Erik. Papa suchte inzwischen einige gute Felle, damit seine Familie es warm hatte, wenn der Frost kam.
Obwohl Erik anfangs keine rechte Lust hatte, war er schließlich vom Markt begeistert. Überall gab es so viele spannende Dinge zu entdecken: Perlen, Metallschnallen, Leder und wunderschöne Stoffe. An einem Stand mit Bronzeschmuck fiel sein Blick auf eine Spange in Form eines Drachens. Sie glänzte und war kunstvoll verziert. Genau solche Schnallen trugen die großen Krieger.
„Die ist so schön“, sagte Erik leise. Doch statt zu fragen, wie viel sie kostete, nahm er sie in die Hand und begutachtete sie.
„Erik! Was machst du denn da?“, rief Mama, als sie die Spange in seiner Hand sah.
Der Junge erschrak, doch er wollte sie nicht loslassen. „Ich probiere sie nur aus“, murmelte er.
„Die ist nicht zum Spielen. Entweder musst du sie kaufen oder sie zurücklegen“, sagte Mama streng und legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Aber ich will auch stark sein und etwas Wertvolles besitzen“, quengelte Erik.
„Ach, Sohnemann“, sagte Mama liebevoll. „Nicht alles, was glitzert, ist Gold. Und es sind nicht die Dinge, die uns reich machen, sondern unsere Herzen. Komm, ich erzähl dir eine Geschichte über einen Gott, der alles hatte, was man sich…