Als es an der Tür klingelte, war Peter vor Freude außer sich. Sein Onkel war da – und er hatte ein Geschenk unter dem Arm!
„Was ist da drin?“, fragte der Junge neugierig.
Sein Onkel war super. Mit ihm war es nicht so langweilig wie mit anderen Erwachsenen. Er machte Dinosaurier nach, brachte ihm bei, freihändig Fahrrad zu fahren und ließ ihn Würstchen ohne Brötchen essen. Laut Mama tat er das nur, weil er noch keine eigenen Kinder hatte, aber Peter war da anderer Meinung. Sein Onkel war ganz einfach ein cooler Typ.
„Rate mal, Sportsfreund…”, forderte ihn sein Onkel auf.
Was in dem kleinen Paket wohl sein konnte? Ein Handy? Wahrscheinlich nicht. Das bekommt er erst, wenn er zwölf wird, und das dauert noch. Dann vielleicht eine Detektivgeschichte? Ein Comic? Na klar!
Ungeduldig riss er das Papier von seinem Geschenk. Dabei war heute noch nicht einmal sein Geburtstag. Klasse, oder?
Aber glaubt ja nicht, dass Peter jeden Tag Geschenke bekommt. So gut hat er es dann doch nicht. Sein Onkel fährt bald in den Urlaub nach Asien. Angeblich will er dort Tiger am Schwanz packen. Papa kauft ihm das nicht ab. Doch was auch immer er dort tun wird, es tat ihm unheimlich leid, dass er die Feier seines Neffen verpassen würde und so hatte er ihm schon mal dieses Geschenk vorbeigebracht.
Unter dem Geschenkpapier kam endlich ein Bild zum Vorschein. Ha! Krieger, Zauberer, Schwerter, Gold, Drachen und Zaubertränke…
„Wow, wie toll ist das denn! Das ist das beste Computerspiel aller Zeiten! Kann ich es ausprobieren? Bitte, bitte, bitte!“, drängelte Peter.
Mama schaute nicht so glücklich drein. „Ist das wirklich schon was für ihn?“, fragte sie ihren Bruder, doch der winkte nur lachend ab. „Willst du nicht wenigstens warten, bis dein Onkel…