Weit hinter der Stadt, an einem Ort, an dem nur hin und wieder ein kleiner tutender Zug vorbeikam, lag ein großer Bauernhof. Wie es auf Bauernhöfen so üblich ist, lebten auch auf diesem viele Menschen und Tiere und jeden Tag gab es eine Menge Arbeit. Die Hühner legten Eier, die Kühe grasten auf den Weiden und die Menschen bauten Getreide und Gemüse an.
Schon früh am Morgen begann die Arbeit. Der Wichtigste auf dem Hof war deshalb der Hahn. Er wachte mit den ersten Sonnenstrahlen auf und weckte alle anderen mit seinem lautstarken Kikeriki.
„Kikeriki! Aus den Betten, ihr Schlafmützen! Wer als Letzter aufsteht, ist eine verschimmelte Kartoffel“, krähte er scherzhaft in alle Richtungen.
Eine verschimmelte Kartoffel wollte natürlich niemand sein. Die Schweine hüpften aus dem Stall direkt in die nächste Matschpfütze, die Ziegen rannten sofort in den Klee und die Enten sicherten sich den besten Platz im Fischteich. Nur der Kater döste im Heu. Sollte der Hahn nur krähen, ihm war das schnuppe. Katzen haben in der Nacht schließlich allerlei zu tun und deshalb haben sie sich ihren Morgenschlaf so richtig verdient.
So begann ein Tag nach dem anderen, solange sich der älteste Ochse erinnern konnte, und der war so alt, dass ihm fast schon Moos auf den Hörnern wuchs. Auch der Hahn hatte schon viele Jahre hinter sich. Ab und zu versagte ihm die Stimme und am Morgen fiel es ihm immer schwerer, seine Krallen zu strecken. Er hatte nun wirklich einen trockenen, warmen Hühnerstall mit einer Stange zum Ausruhen verdient. Und deshalb suchte er einen Nachfolger, der in seine Fußstapfen treten sollte.
Auf dem Nachbarhof war in diesem Frühling ein Hahn zu viel geschlüpft. Die Bauern einigten sich rasch und bald darauf stolzierte der junge Gockel über den Hof.…