Vielleicht denkt ihr ja, dass Zauberer nur im Zirkus oder in Märchenbüchern vorkommen. Doch was wäre, wenn ein Zauberer mitten unter uns leben würde und dazu auch noch in einem ganz gewöhnlichen Wohnblock?
Sein Name war Peter und er konnte zaubern wie kein anderer. Dabei war er gerade einmal acht Jahre alt. Eigentlich beherrschte er nur einen einzigen Zauber, doch den konnte er perfekt. Alles, was er besaß oder sich ausgeliehen hatte, ließ er verschwinden. Und zwar so gut, dass niemand es mehr wiederfand.
Seine Familie und Freunde fragten ihn ständig, wohin er denn dieses und jenes schon wieder hingetan hatte. Doch die Wahrheit war, dass er selbst nicht wusste, wohin die Dinge verschwanden. Es war wie verhext.
„Peter, wie kann es sein, dass du auf dem Weg nach Hause die Einkaufstasche verloren hast? Und wie konntest du ohne Schulranzen aus der Schule kommen?“, fragte seine Mama.
„Ich muss sie wohl weggezaubert haben…“, sagte Peter und ging Eisenbahn spielen.
Mama seufzte. Diese Woche war es bestimmt schon das zehnte Mal und dabei war es gerade erst Dienstag. Wenn das so weiterging, vergaß Peter eines Tages noch seinen eigenen Kopf.
Doch Peter machte das nichts aus. Er führte seinen Zaubertrick weiterhin allen vor, denen er begegnete. Es ging schließlich so weit, dass seine Klassenkameraden ihm keinen Stift mehr ausleihen wollten. Denn bis zum Ende der Stunde war er garantiert verschwunden.
Peter tat das nicht mit Absicht. Und manchmal wünschte er sich sogar, er wäre nicht so vergesslich. Es gefiel ihm nicht, dass keiner ihm mehr etwas ausleihen wollte. Er hätte die Dinge gerne wieder herbeigezaubert, damit die anderen nicht traurig waren. Doch er wusste ja selbst nicht, wo sie waren. Vielleicht hätte es geholfen, wenn er mal genauer in seinem Zimmer nachgesehen hätte. Dazu…