Die Schulglocke läutete. Anna und ihre Klassenkameraden packten alle Bücher und Hefte in ihre Schultaschen und rannten zum Mittagessen. Schon an der Tür zur Kantine erwartete sie ein himmlischer Duft.
„Lecker, heute gibt es Dukatenbuchteln – mein Lieblingsgericht!“, rief Anna begeistert.
Sie hatte Recht. Auch wenn es keine Speise gab, die sie nicht aĂź, schmeckten ihr Buchteln doch am allerbesten. Mama backte sie immer fĂĽr sie, wenn sie Geburtstag hatte oder wenn sie krank war und zu Hause bleiben musste.
„In der Schule sind sie fast so lecker wie zu Hause“, dachte sich Anna, als sie die letzte Vanillecreme vom Teller kratzte. Dann stellte sie sich mit ihrem leeren Teller in die Schlange für den Nachschlag an. Sie schaffte noch zwei weitere Portionen, dann erinnerte sie die Köchin freundlich daran, dass auch für die anderen Kinder noch etwas übrigbleiben sollte.
Als die Jungen aus der fünften Klasse diese Worte hörten, begannen sie zu kichern und einer von ihnen rief Anna zu:
„Wenn du noch eine Buchtel isst, wirst du selbst zur Buchtel, sieh dich doch nur an!“
Anna streckte ihm nur die Zunge heraus und rannte mit hochrotem Kopf nach Hause. Zwei Tage spukte ihr diese fiese Bemerkung im Kopf herum. Am dritten Tag vertraute sie sich ihrer Mama an, die gerade die Palatschinken fĂĽrs Abendessen zubereiten wollte. Sie verriet ihr, dass sie Angst hatte, ausgelacht zu werden.
„Mama, ich esse wirklich gern. Und wenn es etwas Leckeres gibt, kann ich gar nicht aufhören zu essen. Was soll ich nur tun?“
Mama dachte nach: „Anna, wir müssen alle essen, damit wir genug Energie zum Lernen und Spielen haben. Und wir essen auch, weil es uns schmeckt. Es ist nichts Schlimmes dabei, wenn jemand gern isst. Aber du hast recht, wir müssen auch an unsere Gesundheit…