„Mama, es klingelt!“, rief Julia. Sie malte gerade mit Wasserfarben ein Bild für ihre Oma.
„Ich komme”, antwortete Mama. Sie rührte noch einmal durch die Suppe, legte dann den Kochlöffel zur Seite und ging zur Tür.
Julia tunkte den Pinsel wieder in die Tusche. Dabei kniff sie die Augenbrauen zusammen und malte hochkonzentriert weiter, die Zunge zwischen den Zähnen. Als sie mit ihrem Werk zufrieden war, fiel ihr auf, dass Mama schon zurück war.
„Mama, wer war das?”, fragte sie.
„Rate mal“, sagte Mama lächelnd und zeigte auf eine Kiste voller Gemüse und Obst. „Gerade haben wir eine frische Portion Vitamine bekommen!“
Julias sprang begeistert vom Stuhl und rannte zu Mama. „Zeig mal! Was ist da alles drin?“
Gemeinsam trugen sie die Kiste in die KĂĽche und packten sie aus. Bei jedem neuen GemĂĽse und Obst stellten sie sich vor, woher es kam und was es schon alles erlebt hatte, bevor es in ihrer KĂĽche gelandet war.
Neugierig zeigte Julia auf ein großes lilafarbenes Gemüse. „Mama, was ist das denn für eine komische lila Birne?“
„Das ist keine Birne, Julia, das ist eine Aubergine. Manchmal nennt man sie auch Eierfrucht“, sagte Mama.
„Kann sie denn Eier legen?” Julia machte große Augen.
„Aber nein“, sagte Mama lachend, „aber am Anfang sind ihre Früchte ganz weiß und rund – wie Eier. Erst mit der Zeit werden sie lila. Was meinst du, welchen Namen könnten wir ihr geben?“
„Aubergine Albertine!“, schlug Julia vor. „Erzählst du mir bitte eine Geschichte?“
Mama dachte nach. Dann begann sie zu erzählen: „Es war einmal eine Aubergine namens Albertine. Man könnte sagen, dass sie ziemlich egoistisch war. Sie wollte nämlich nie mit anderen teilen. Selbst dann nicht, wenn andere mit ihr teilten. Einmal wollte sie selbst das Wasser ganz für sich…