Max war den ganzen Nachmittag mĂŒde. Er lĂ€chelte kaum und weinte sogar ein bisschen. Weder Menschen noch Tiere oder Spielzeuge konnten ihn aufmuntern. Irgendwie war er heute nicht ganz er selbst. So nennen das die Erwachsenen, wenn sie sich komisch fĂŒhlen.
Als Mama sah, wie Max sich auf dem Sofa hin und her wĂ€lzte, hatte sie schon eine Ahnung, was da los war. Max hatte heute nĂ€mlich keine Zeit fĂŒrs Mittagessen gehabt. Die GemĂŒsesuppe hatte er zwar aufgegessen, aber das Fleisch und die Kartoffeln standen noch immer auf dem Esstisch. Aber mal ehrlich: Wenn der Spielzeugzug tutet, wer denkt da noch an Fleisch? Oder an Kartoffeln? Max ist bestimmt nicht der Einzige, der da nicht widerstehen kann. Er wollte sofort spielen â und alles andere musste warten.
Max musste nĂ€mlich unbedingt eine Schiene austauschen, nicht den Löffel gegen Gabel und Messer. Er musste auch die Schranke hochziehen â nicht das Besteck zum Mund. Und wenn er etwas schneiden wollte, dann höchstens die Kurven auf seinen Schienen. Schnell hatte er ein paar Bissen hinuntergeschlungen und war dann gleich wieder zu seiner Eisenbahn gerannt. Tja, und nun hatte er Hunger.
Max lag kopfĂŒber wie eine Fledermaus und fuhr mit seinen Socken die Wand hoch und runter. Er legte den Kopf nach hinten, um nachzusehen, ob Mama wegen des Mittagessens vielleicht böse war. Da bekam er einen gewaltigen Schreck. Seine Mama stand nĂ€mlich plötzlich auf dem Kopf! Und nicht nur sie, sondern auch der Schrank und der Fernseher. Und seine Eisenbahn. Alle StĂŒhle streckten plötzlich die Beine in die Luft â genau wie er! Und sogar der Tisch, auf dem noch Maxâ Mittagsteller stand, sah irgendwie anders aus. Der Junge wurde unruhig. Was war denn nur los? Hatte etwa ein Riesenkran das Haus am Dach gepackt und es umgedrehtâŠ