Es war wieder so weit. Wie jedes Jahr feierte die Grundschule ein großes Sportfest. Die Sonne lachte vom Himmel herab und die Tische auf dem Schulhof waren randvoll gedeckt mit Brötchen, Saft und Früchten. Es gab viele lustige Wettkämpfe und alle waren bester Laune.
Nur Matteo fragte ständig nach, wann endlich das große Wettrennen losgeht. Es war die letzte Disziplin, aber dafür auch die schwerste. Die Strecke schlängelte sich über den gesamten Schulhof und es gab dort auch einige tückische Hindernisse. Deshalb durften nur die älteren Kinder am Rennen teilnehmen. Matteo hatte Jahr für Jahr von der Tribüne zugeschaut und sich ausgemalt, wie es wohl wäre, selbst mitzulaufen.
Schon den ganzen Morgen lag er seinem Freund Alex in den Ohren, wie großartig es doch wäre zu gewinnen. Doch Alex zuckte nur mit den Schultern.
„Willst du etwa nicht gewinnen?“, wunderte sich Matteo.
Alex dachte nach. „Ich freue mich einfach nur auf die Hindernisse.“
Matteo konnte es nicht glauben. Was sollte denn bitte schön wichtiger sein als der erste Platz? Er starrte auf die Goldmedaille, die neben der Ziellinie auf den Gewinner wartete. Er wollte sie unbedingt haben.
Endlich war sein Moment gekommen. Gemeinsam mit den anderen Viertklässlern stellte er sich an der Startlinie auf.
„Auf die Plätze, fertig, los!” Das Rennen war eröffnet und Matteo schoss los. In Kürze übernahm er die Führung. Er rannte gern und hatte für diesen Tag fleißig trainiert. Deshalb war er jetzt gegenüber seinen Mitschülern im Vorteil und überwand mit Leichtigkeit ein Hindernis nach dem anderen. Der Einzige, der noch vor ihm lief, war Darius.
Matteo kam dem Ziel jetzt immer näher. Es war der schwierigste Abschnitt des ganzen Rennens. Oh nein, dachte er, ich hole ihn nicht mehr ein. Der Traum vom Sieg zerplatzte langsam…