Ein neuer Frühlingstag begann. Die Sonne breitete ihre Strahlen in alle Richtungen aus und wärmte jeden Winkel der kleinen Stadt. Alle schliefen noch, nur Herr Peter eilte schon durch die Straßen. Er lief flink von einem Briefkasten zum nächsten und legte Briefumschläge und Päckchen hinein. Er war nämlich der Postbote.
Bis das Städtchen erwachte, war die Post schon lange ausgetragen. Die Stadtbewohner konnten so gleich in aller Früh die Briefe und Postkarten von ihren Freunden lesen.
Herr Peter war dafür bekannt, dass er die Post immer ordnungsgemäß zustellte. Nie ging ihm ein Paket verloren und er verwechselte auch nie eine Adresse. Die ganze Stadt bewunderte ihn dafür. Er war zurecht stolz auf seine Arbeit. Nur eine Sache bedauerte er. Auf seinen morgendlichen Runden traf er nämlich nur sehr selten andere Leute. Deshalb fühlte er sich oft einsam.
Eines Tages ging Herrn Peter die Arbeit schneller von der Hand als sonst. Auf dem Boden seiner Posttasche lag nur noch ein einziger Brief. Gerade wollte er den Umschlag in den Briefkasten stecken, da kam ein Lüftchen auf und wehte ihm den Brief aus der Hand. Der Umschlag segelte durch die Luft und Herr Peter rannte ihm sofort hinterher. Doch seine Beine konnten mit dem Wind nicht mithalten. Und einen Moment später hatte er den Brief auch schon aus den Augen verloren.
Was nun? Er konnte die Stadtbewohner doch nicht enttäuschen! Herr Peter beschloss, den Brief um jeden Preis zu finden. Also machte er sich auf den Weg.
Mehrere Stunden suchte er, doch von dem Umschlag war keine Spur. Er überlegte, wie sich sein Adressat wohl fühlen musste, der noch immer auf seine Post wartete. In dem Moment flatterte der verlorene Brief an ihm vorbei. Der Wind trug ihn zum Bahnhof und der Postbote rannte, so…