Am Morgen waren alle Fenster von Raureif ĂĽberzogen. In der Nacht war es ordentlich kalt und auch der Dorfteich war endlich zugefroren. FĂĽr die Kinder hieĂź das: Sie konnten endlich ihre Schlittschuhe herausholen und wieder ĂĽbers Eis flitzen.
Nach dem FrĂĽhstĂĽck trafen sich die ersten Kinder mit ihren Schlittschuhen am See. Am Ufer zogen sie die Schlittschuhe an und stellten ihre Thermosflaschen ab.
Wer schon öfter Schlittschuh gelaufen war, hatte es einfach. Diese Kinder glitten anmutig über den See und die Größeren jagten einander sogar über das Eis. Und Adam drehte sogar Pirouetten! Die Kleineren wollten das sofort nachmachen. Doch Adam erklärte ihnen, dass man das nicht von einem Tag auf den anderen lernen konnte. Auch er hatte dafür viele blaue Flecken einstecken müssen.
Auf einer Bank schnürte Elisa noch an ihren Schlittschuhen. Sie war etwas schüchtern und trat nur zögerlich aufs Eis. Es reichten drei wackelige Schritte – und plumps! Da saß sie schon auf ihrem Po. Nur nicht weinen, sagte sie sich.
Sie probierte es fast eine ganze Stunde lang, doch es ging immer gleich aus. Sie konnte einfach nicht das Gleichgewicht halten. Schließlich zog sie die Schlittschuhe aus und setzte sich wieder auf die Bank. Neben ihr saß noch ein Mädchen. Elisa hätte zu gern gewusst, ob sie auch Schwierigkeiten hatte, aber sie traute sich nicht zu fragen. Nach einer Weile ging das Mädchen weg.
Elisa seufzte und machte sich auf den Weg zu einem Ort, den alle Dorfkinder gut kannten. Dort gab es einen kleinen Wasserfall, doch heute war er zum Eisfall voller langer Eiszapfen geworden. Dahinter lag eine kleine Höhle. Sie war nur wenige Meter tief, aber so schön, dass sie mit jeder großen Höhle mithalten konnte. Jetzt war auch sie voller Eiszapfen, die aussahen wie Giraffen,…