Es war ein schöner Wintermorgen und der kleine Wikingerjunge Erik beobachtete gerade, wie sein älterer Bruder und die anderen Jungen Krieger spielten. Er wollte auch mitspielen, doch er wusste, dass sie ihn nicht ernst nehmen würden, da er jünger und kleiner war als sie.
Daher entschied er sich für eine kleine List. Während die Jungen von einem großen Raubvogel abgelenkt waren, der über ihren Köpfen kreiste, versteckte er ihre Holzschwerter hinter einem großen Felsen. Wenn sie ihre Waffen nicht finden, lassen sie mich bestimmt mitspielen, dachte er sich.
Als die Jungen zurückkehrten, fanden sie ihre Schwerter tatsächlich nicht. „Was ist passiert? Wo sind sie denn?“, fragten sie verwirrt.
Erik blickte unschuldig drein, doch seine Mama hatte aus der Ferne ganz genau gesehen, was er getan hatte. Nach einer Weile konnte er sich nicht länger beherrschen und fing an zu lachen. „Ich habe sie versteckt! Damit ihr mich mitspielen lasst. Gebt zu, das war schlau von mir!“
Da kam Mama herüber. Sie legte ihrem Sohn die Hand auf die Schulter und sagte liebevoll: „Erik, List und Lügen können manchmal Vorteile bringen, aber sie gehen nicht immer gut aus. Ein kluger Krieger weiß, dass man seine Freunde nicht austricksen sollte.“
Sie führte ihn zum Feuer. „Komm, wir setzen uns und ich erzähle dir die Geschichte von Loki. Dieser Gott war vielleicht der klügste von allen, doch seine Gerissenheit brachte ihn oft in Schwierigkeiten.“
Vor langer, langer Zeit lebte in Asgard, dem Zuhause der Götter, ein Gott namens Loki. Unter den anderen Göttern war er bekannt für seinen scharfen Verstand und seine Scherze. Er konnte sich die tollsten Streiche ausdenken. Dabei vergaß er jedoch oft, dass nicht jede List gut ist und man damit auch seine Liebsten verletzen kann.
Damals wollten die Götter um Asgard hohe Mauern bauen,…