Im Schoße der flüsternden Wälder liegt ein kleines, ruhiges Dörflein. Seine Straßen schlängeln und winden sich direkt zu den gemütlichen Häuschen. Durch die Fenster dringt schwaches, warmes Licht. Der Himmel ist noch blau, doch die ersten Sterne blinken schon am Horizont auf wie winzige Glühwürmchen.
Die Katzen Mimi und Pipo streifen durch die leeren Straßen und schwingen anmutig ihre Schwänze.
„Miau”, ruft Mimi und springt auf einen Stein. Ihr weißes Fell glänzt im Schein der Straßenlaternen. Genüsslich streckt sie sich und schnuppert mit ihrem rosafarbenen Näschen die feuchte Nachtluft. Pipo folgt ihr ohne einen Laut auf seinen samtenen Pfoten.
Am Schuppen sammelt Opa Josef Feuerholz für die Nacht. Mit seinen rauen Händen sucht er geschickt die trockensten Äste heraus und stapelt sie sorgfältig auf einen Haufen. In der Luft liegt der betörende Duft der Kiefer. Langsam vermischt er sich mit dem Duft des herannahenden Regens. Opa Josef summt bei der Arbeit eine liebliche Melodie. Sie klingt nach Geborgenheit und Wärme und begleitet ihn schon viele Jahre. Diese Melodie sang schon sein Großvater und der hat sie wiederum von seinem Großvater gelernt.
Plötzlich fallen winzige Tropfen vom Himmel. Wie eine leise Musik trommeln sie auf Blätter und Dächer.
Ein Regentropfen landet auf Mimis Schnurrbarthaaren. Mimi hält inne und sieht zum Himmel. Pipo blinzelt und schüttelt sich die Tropfen vom Fell.
„Wir sollten uns lieber ein trockenes Fleckchen suchen“, schlägt Mimi vor. Die beiden Katzen huschen zu einem Haus, in dem immer noch zwei Kerzen in den Fenstern brennen.
Der seichte Regen lullt das Dörfchen wie ein Schlummerlied ein. Die Dächer glänzen im Mondlicht und auf den Bäumen glitzern die Wassertropfen wie kostbare Perlen. Die Luft duftet frisch und rein – nach nassem Boden und süßen Blüten.
Mimi und Pipo machen es sich auf der…