Diese Geschichte spielt direkt im Herzen des Amazonas. An einem Ort voller üppiger Natur, den wir heute Brasilien nennen. Dort lebte ein kleines Mädchen mit seiner Familie. Das Mädchen hieß Mira. In der Sprache ihres Volkes bedeutet das „Wunder”. Mira war ein aufgewecktes Mädchen. Sie liebte den Regenwald und jedes Geschöpf, das dort lebte.
Heute begleiten wir Mira und ihre Freunde durch einen Tag im Regenwald und erfahren mehr über die Kinder ihres Stammes.
Schon am frühen Morgen weckten Mira die Klänge des Dschungels. Der Wind rauschte in den Baumkronen und der Fluss plätscherte sanft zwischen den Steinen, bevor er tosend einen Wasserfall hinabstürzte. Die Affen quietschten und wer ganz genau hinhörte, konnte sogar das Tippeln der kleinen Käfer auf den untersten Ästen hören.
Auch Vogelgesang drang durch die Hüttenwand. Da gab es Schreivögel, Pfeifvögel, Aras, Kolibris und viele andere. Ihr Krächzen, Pfeifen und Zwitschern hallte wie ein vielstimmiges Lied durch den Dschungel.
Mira gefiel der Gesang aller Vögel, doch sie hatte auch ihre Lieblinge. Sie liebte es, wie der Specht sanft gegen die Baumstämme klopfte. Sie mochte auch die Vögel, die laut krächzten, wie die Papageien. Und besonders gern lauschte sie den Keilschwanzsittichen und Tukanen.
Dank ihres Großvaters kannte Mira die Namen aller Tiere und Pflanzen im Urwald. Er sagte immer, dass die Dschungelpflanzen fast alle Krankheiten ihres Stammes heilen können. Und so lernte sie auch die Namen der wichtigsten Heilpflanzen. Mira erkannte Yucca und Carapanaúba, die den Frauen halfen. Sie wusste, wie Platonia aussah. Mit ihrer Hilfe kam man nach einer schlimmen Lungenentzündung wieder auf die Beine. Andere Kräuter heilten Atembeschwerden oder Bauchschmerzen. Im Urwald gab es für fast alles ein Kraut, das ihren Stamm gesund hielt.
Der Regenwald war für Mira wie ein großer Garten. Hier spielte sie mit den…