In einem Wohnblock in der Stadt lebte eine Familie. Die Kinder sehnten sich schon lange nach einem eigenen Hund. Sie versprachen, sich jeden Tag um ihn zu kümmern. Doch ihre Eltern wussten, dass sich die Kinder selbst mit ihren alltäglichen Aufgaben schwertaten.
„Einen Hund gibt es erst, wenn ihr lernt, eure Sachen aufzuräumen“, pflegte Papa zu sagen.
Und Mama erklärte: „Einen Hund gibt es erst, wenn ich euch nicht mehr ständig ans Zähneputzen erinnern muss.“
Oder manchmal auch andersherum.
Es gab so viele „Einen Hund gibt es erst, wenn...“, dass man damit mehrere Seiten hätte füllen können.
Die Kinder gaben sich zwar ab und zu richtig Mühe, doch dann war alles wieder beim Alten. Papa befürchtete, dass er mit dem Hund ständig Gassi gehen müsste – und dann keine Zeit für das Fußballspiel oder die Nachrichten im Fernsehen bliebe. Mama wollte einen Hund, aber sie machte sich viele, viele Sorgen. Und so hörte sie lieber auf ihren Verstand als auf ihr Herz. Erwachsene denken nämlich meistens praktisch. Und deshalb gehen viele ihrer Kinderträume niemals in Erfüllung.
So verging die Zeit und die Kinder schafften es weder, ihre Eltern zu überzeugen noch ihre Gewohnheiten zu ändern. Es wurde Sommer, Herbst und plötzlich war es Winter.
Bald darauf fiel der erste Schnee und Mama machte sich an die Weihnachtseinkäufe. Als sie so von einem Geschäft zum anderen ging, schmiegte sich auf einmal ein schneeweißer Welpe an ihre Beine. Er war so weiß, dass er fast mit dem frisch gefallenen Schnee verschmolz.
„Oh, du bist aber schön.“ Mama hockte sich hin und streichelte dem Welpen über den Kopf. Der Welpe leckte ihr vor Freude über die Hand. „Woher kommst du denn? Und was mache ich jetzt nur mit dir? In der Kälte erfrierst du doch noch“, sagte Mama zu ihm.
…