Am Rande des Dorfes lebte in einem kleinen Hühnerstall die Henne Elly. Mit ihr lebten dort viele andere Hühner und der Hahn Oskar. Wie die anderen Hennen saß sie gerade auf ihrem Nest, in dem fünf weiße Eier lagen. Schon bald sollten daraus fünf flauschige gelbe Küken schlüpfen.
„Ich muss sie bis zu Ostern ausbrüten, damit aus ihnen echte Osterküken werden“, gackerte Elly leise.
Es war Karfreitag und die Menschen bereiteten sich schon auf Ostern vor. Doch die Arbeit auf dem Bauernhof stand nie still – egal, ob Feiertag oder nicht. Der Bauer ging deshalb wie gewohnt zu seinen Tieren. In seiner Hand hielt er einen Eimer mit Körnern und rief laut:
„Put, put, put, wo seid ihr, Mädels?”
Elly hatte einen Riesenhunger. Mit einem Satz sprang sie auf und schoss zum Bauern. In Windeseile pickte sie die Körner auf.
Doch Elly wusste ganz genau, was sie tat. Sie musste nämlich schnell zurück zum Nest und ihre Eier wärmen – sonst würden ihre Küken nicht schlüpfen! Kaum war ihr Bauch voller Körner, drehte sie sich um und eilte zurück zu ihrem Nest.
Doch nanu? Als sie in ihr Nest blickte, stimmte etwas nicht. Eins, zwei… Wo waren die anderen drei Eier? Jemand hatte sie gestohlen!
„Oh nein! Ich muss sie wärmen, sonst werden aus ihnen keine Küken!“, rief Elly und brach in Tränen aus.
Ihr Schluchzen hörte auch der Hahn Oskar, der gerade die letzten Körnchen aufgepickt hatte. „Was ist denn los, Elly?“, fragte er behutsam.
„Jemand hat mir drei Eier gestohlen! Jeden Moment könnten aus ihnen Küken schlüpfen. Doch ich muss sie wärmen, denn ohne Wärme schlüpfen sie nicht! Ach, was soll ich nur tun?!“
Mit einem lauten Kikeriki rief Oskar alle Hühner zusammen. Er plusterte sich auf und sagte:
…